gasera journal #1

anarchismus auf den philippinen

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Zeitung, 22 S., mindsetbreaker press (2011), englisch

 

Eine Besprechung von Le Réveil (veröffentlicht auf linksunten.indymedia.org):

 

Die Inselnation hat vierhundert Jahre unter kolonialer Ausbeutung gelitten und die kürzliche Explosion multinationaler Minenunternehmen bedroht das Herz des Archipels. Minenunternehmen (viele davon kanadisch) fallen überall auf den Inseln in Dörfer, Täler und Bergketten ein. Diese Unternehmen hinterlassen zerstörtes Weideland, Wälder und Wasserquellen und benutzen Gewalt und Korruption um sich die lokale Bevölkerung gefügig zu machen.

 

Aus diesem kapitalistischen Albtraum kommt „Gasera“ („Gaslampe“), eine neue Zeitschrift des philippinischen Anarchismus'. Es ist das Werk von autonomen Kollektiven und individuellen Mitarbeitern und versucht einen Dialog über den Anarchismus innerhalb des Archipels und über die nationalen Grenzen hinaus anzuregen.



Gaseras „Vorwort“ stellt die Geschichte der philippinischen Anarchie in groben Zügen dar („anti-hierarchische Organisationsformen im Archipel“) und behauptet, dass anarchistische Prinzipien schon immer Teil der Kultur waren. Von gegenseitiger Zusammenarbeit in „primitiver“ Zeit über den Widerstand gegen die US-amerikanischen und spanischen Kolonisatoren bis hin zur Zersplitterung der Linken und dem Aufstieg der radikalen Ökologie kämpfen Anarchisten für eine neue „nicht-hierarchische soziale Ordnung, frei von Armut, Zwang, Sklaverei, Patriarchat und suchen Lebensstile, die mit den ökologischen Systemen kompatibel sind“.



Die Revolte der Dillman-Kommune von 1971 war klar ein Angelpunkt anti-autoritären Widerstands. In ihrem Text „ Ang Potensyal na Anarkistang Tendensiya ng Diliman Commune“ („Die potentiell anarchistische Tendenz der Dillman-Kommune“) untersuchen Randy Nobleza und Jong Pairez – beides unabhängige Medienproduzenten – gewissenhaft die Politik und die Psychologie menschlicher Beziehungen während der hart umkämpften achttägigen Besetzung.



Zur Frage der Militanz fragt der Autor Dagami „Sino ang 'Tatoong Aktibista'?“ („Wer ist der 'wahre Aktivist'?“) Der Text handelt von „der Militanz des Schwarzen Blockes und der Rolle von Eigentum zerstörenden Kampagnen und Bewegungen in der internationalen Gemeinschaft der Aktivisten.“ Das sind tatsächlich starke Worte.

Die Rolle des philippinischen Anarchismus' in der internationalen Gemeinschaftsbildung ist das Thema von Gabriel Kuhns Diskussion über zwischenkulturellen und transkontinentalen Verbindungen zwischen anti-autoritären Gruppen. Der Erfolg kommt vom Zusammenspannen von „Drittwelt-“ und „privilegierten“ Aktivisten sagt Kuhn und „Aktivisten aus dem globalen Norden sollten sich bewusst sein, wie viel einfacher es für sie ist, zu Ressourcen wie Bücher, Computern, Geld, Reisedokumente usw. zu kommen.“ Er beschreibt ein Netzwerk-Modell, das es Aktivisten erlaubt, zu teilen und sich gegenseitig zu vertrauen, zum Vorteil aller.



Der Autor maryamdeluz unternimmt in „Sketches of an Archipelagic Poetics of Postcolonial Belonging“ („Skizzen einer Archipelschen Poesie postkolonialer Zugehörigkeit“) eine Analyse anti-imperialistischer Bewegungen und der anhaltenden Notwendigkeit der Dekolonisierung, um einen Sinn für Raum zu erhalten. Dieser Text war ursprünglich Teil der Online-Publikation von Dissenting Voices im April 2010.



Das letzte Wort geht an Dagami und dem allegorisch betitelten „Three Stars and a Sun“ („Drei Sterne und eine Sonne“). Es erweist sich als eine verständliche Studie westlicher Einflüsse, innerer Konflikte und philippinischer Identität.

Mit seinem nüchternen Layout bricht „Gasera“ mit der gebündelten Anti-Ästhetik, die von anderen anarchistischen Zeitschrift gewählt wird, stattdessen gibt es klare Graphiken, viel Kontrast und viel Weiss. „Mindsetbreaker“, die nächste Nummer, ist nun in Vorbereitung.

Die Kollektive bitten um internationale Unterstützung, um das nächste Kapitel dieser Geschichte zu veröffentlichen. Wir sind alle angehalten, den Ruf zu beantworten.

 

 


 

 

über  mindsetbreaker press:

 

 

 

MINDSETBREAKER PRESS PROFILE


 We are a publishing and distribution entity based in the Philippines. Mindsetbreaker Press and Distro publish local anarchist literatures and organize local info tour on irregular basis. We distribute titles to independent and non-commercial bookshops, autonomous spaces, info events and on the streets locally and abroad via mail order. The project is maintained by a tiny number of people and officially started in mid of 2011. The aim of the project is to openly provide radical ideas and alternative sources to many people; awareness that are rich in diversity, and open for arguments and discourses. Mindsetbreaker Press and Distro are structured horizontally and practice cooperation among its members through mutual aid. Every decisions of the collective are made by consensus.

 PROJECT DESCRIPTION AND HISTORY

 Mindsetbreaker Press started in early 2010 as a project that focuses mainly on translating anarchist literatures (English text) into local languages that will be more applicable and relevant to the rather complex scenario of political, social and economic currents of the Philippines. In 2011, the press started operating as a publishing collective project. Current members of the project were involved in different projects before and in the present, individually and collectively. Some run social centre or infoshops, make zine and alternative publications, organizing issue-base radical events and shows, protest and demonstrations, leafleting for campaigns, opening free shop and free food on the streets, forums, networking and hosting informational sites, working with communities (farmers, fisher folks and indigenous people) fight capitalist and state development intrusion (Mining, Freeport, Agribusiness, etc.). These actions has been carried out independent from state intervention, businesses, mainstream media, NGO’s and religious institutions. The project is ongoing. In the mid of 2011, the collective had able to produce massive print out of a local anarchist journal called "GASERA" for circulation and distribution locally and overseas whilst engaging in critical and open dialogue. Furthermore, the main goal of the project is to support local anarchist writers (individual and collective) who are struggling to circulate their works to different sectors in society;(i.e. students, farmers, indigenous people, fisher folks, vendors, workers (employed or unemployed), squatters, women and men, gays, lesbian,, youth, etc); not limited only to subculture and scenes. We felt that our attempt in bringing alternative and counter informational literatures on the streets is empowering,inspiring and positively motivating. Moreover, we are out to subvert the face of underlying politics that we have seen and felt as detrimental, greed driven and profit motive.






Das eingenommene Geld geht komplett an einen anarchistischen Infoladen in Manila


mehr Infos aus den Philippinen gibts auch auf der Food Not Bombs Philipinas Seite.